Im Gesamtgefüge nehmen wir Menschen eine Sonderstellung ein: Durch unseren Fortschritt und unsere vermeintliche Erhabenheit verstehen wir uns gerne als Herrscher über die Natur. Dabei sind wir ein Teil von ihr. Wir sind Natur, stehen ihr aber gleichzeitig auch gegenüber. Dieses Zusammenspiel führt zu einer ganz besonderen Verbindung zwischen Mensch und Natur. In diesem Artikel erfährst du, was du über diese einzigartige Beziehung wissen solltest. Außerdem geben wir dir 10 Methoden mit auf den Weg, mit denen du diese einzigartige Verbindung pflegen kannst.

Mensch und Natur – Symbiose oder nicht?

Um die Beziehung mit unserem natürlichen Umfeld verstehen zu können, müssen wir uns Folgendes vor Augen halten:

Die Natur kann ohne uns Menschen fortbestehen. Wir aber nicht ohne sie. Kann es sich also um eine Symbiose handeln, bei der beide Seiten voneinander profitieren? Nein. Wir Menschen profitieren zwar von der Natur, sie aber nicht von uns. Im Gegenteil: Umweltverschmutzung, Ausbeutung von Bodenschätzen und das Ausrotten einzelner Spezies zeigen ganz deutlich, wie sehr wir sie eigentlich belasten.

Es ist also ein großer Fehler, eine Symbiose zwischen Mensch und Natur anzunehmen. Wir sollten uns also fragen, in welcher Beziehung wir zu unserem natürlichen Umfeld stehen. Zu Pflanzen. Zu anderen Lebewesen. Zum Mutterboden. Zur uns umgebenden Luft und zum Wasser. Die Erdgeschichte zeigt, dass die Menschheit noch nicht lange existiert und es dennoch schon geschafft hat, die Natur negativ zu beeinflussen.

Was wir über unsere Beziehung zur Natur wissen sollten

Möchten wir unsere Beziehung zur Natur pflegen, ist es wichtig, ihre Einzigartigkeit zu verstehen. Sie ist sehr komplex und widersprüchlich. Denn obwohl wir Menschen Teil der Natur sind, fühlen wir uns häufig überlegen. Diesen Gedanken müssen wir ablegen.

Stattdessen sollten wir unsere Rolle hier auf Erden annehmen und uns als Teil eines Ganzen sehen. Wie also sieht die Beziehung zwischen Mensch und Natur aus? Und was können wir tun, um sie zu festigen?

Die Umwelt ist keine UM-Welt

Wir sind Teil der Natur. Alles, was uns umgibt, durchdringt uns auch. Zum Beispiel das Wasser, das wir trinken oder in dem wir baden. Auch die Luft ist nicht einfach nur Umwelt, sondern dringt tief in unsere Körper ein. Sie hält uns am Leben. Ebenso ist all das, was wir essen, Teil der Natur. Dabei ist es egal, ob du vegan lebst, dich vegetarisch ernährst oder auch Fleisch isst. Alles, was wir zu uns nehmen, ist durch die Natur entstanden. Also müssen wir uns vom dem Gedanken verabschieden, dass die Natur unsere UM-Welt ist.

Sie ist die Welt, in der, mit der und dank der wir leben.

Warum Mensch und Natur sich verbinden sollten

Das Bewusstsein, nur ein kleiner Bestandteil des großen Ganzen zu sein, kann uns einschüchtern. Im schlimmsten Fall führt es zu Angst vor unserer Umwelt: Naturkatastrophen wie Stürme oder Fluten halten uns vor Augen, wie klein und unbedeutend wir eigentlich sind.

Angst ist meist ein schlechter Begleiter. In diesem Fall aber ganz besonders: Sie kann dazu führen, dass wir die Natur als Feind betrachten. Als etwas, das wir kontrollieren und beherrschen müssen. Genau diese Absicht kann die Beziehung zwischen Mensch und Natur aber nachhaltig stören.

Was also sollen wir tun? Wir sollten die besondere Verbindung zu unserem Lebensraum wertschätzen und zelebrieren. Nur so gelangen wir in ein paradiesisches Gleichgewicht, das Körper und Geist guttut.

10 Methoden, um die Beziehung zwischen Mensch und Natur zu pflegen

Am Anfang steht das richtige Bewusstsein. Verstehen wir uns selbst als Teil des großen Ganzen, können wir unsere Rolle einnehmen und uns mit der Natur verbinden. Bist du bereit? Dann ist es an der Zeit, deine Naturverbundenheit herzustellen. Diese 10 Tipps helfen dir dabei:

  • Mindsetarbeit (Dankbarkeit)
  • Aktivierung der Sinne
  • Rhythmus anpassen
  • Inspiration annehmen
  • Kindliches Staunen
  • Lernen und Erfahren
  • Achtsamkeitsübungen
  • Sport in der Natur
  • Grounding und Earthing
  • Ressourcenschonung

1. Lebe in Wertschätzung und Dankbarkeit

Du weißt, dass du ohne die Natur gar nicht hier wärst. Dieses Bewusstsein solltest du durch Wertschätzung und Dankbarkeit zum Ausdruck bringen. Zeigen kannst du dies auf die unterschiedlichsten Weisen, zum Beispiel durch ein nachhaltiges Leben. Schone Ressourcen und vermeide Umweltverschmutzung. Gehst du in den Wald, an den Strand oder auf den Berg, dann benimm dich wie ein Gast. Sei dankbar für traumhafte Aussichten, für das Brot auf deinem Teller und das Wasser in deinem Glas. Freue dich über die Vitamine, die dir frische Früchte schenken und über wirkungsvolle Naturheilmittel.


2. Aktiviere deine Sinne

Wir sind Natur. Es ist wichtig, sich das im Alltag immer wieder vor Augen zu halten. Das geht am besten, indem wir all unsere Sinne aktivieren und an einer bewussten Wahrnehmung arbeiten. So kannst du spüren, dass dich die Natur nicht nur umgibt, sondern durchdringt.

Geh raus und öffne deine Augen. Beobachte die Sonnenstrahlen beim Tanzen, die Blätter im Wind, die Gischt auf den Wellen oder die Regentropfen beim Fallen. Dabei wirst du feststellen, dass du all diese Dinge auch spüren kannst. Die kalte Luft, die in deine Lungen eindringt. Den Regen, der auf deine Haut fällt. Die Sonne, die dich wärmt. Und den Schaum auf den Wellen, der deine Füße kitzeln. Zeit, auch deine Ohren aufzusperren. Lausche, wie der Wind in den Blättern raschelt, wie die Regentropfen Melodien singen oder wie die schäumende Wellte bricht.

Wenn du deine Sinne aktivierst, kannst du die Natur ganzheitlich spüren. So kannst du dich als Teil von ihr wahrnehmen. Besonders gut gelingt das beim Waldbaden, wo man tief in den Wald eintaucht. Wusstest du, dass das Waldbaden aus Japan stammt. Dort lautet der Name dafür „Shinrin Yoku“ – ein Bad in der Atmosphäre des Waldes nehmen. Wendest du dieses Konzept auf jedem Blick aus dem Fenster oder Spaziergang an, kannst du in die Atmosphäre der Natur eintauchen und bewusst Teil von ihr sein.ent.


3. Natürlichen Rhythmus leben

Unser hektischer Alltag hält uns davon ab, auf unsere natürliche Uhr zu hören – die sogenannte innere Uhr. Wie auch Vogel, Maus oder Tiger wurden wir so programmiert, dass wir im natürlichen Tages- und Jahresverlauf überleben können. Nachts suchten unsere Vorfahren die Sicherheit eines Unterschlupfs, während die Sonne tagsüber die Jagd ermöglichte. Man stand mit den ersten Sonnenstrahlen auf und zog sich mit Einbruch der Dunkelheit zurück. Im Winter, wenn die Tage kürzer und die Nahrung knapper war, gönnte man seinem Körper mehr Schlaf. Warum? Weil er im Schlaf weniger Energie benötigt.

Unsere Vorfahren hatten eine sehr gute innere Uhr, waren aber auch darauf angewiesen. Durch elektrisches Licht, Wecker, Lebensstil und Leistungsdruck haben wir verlernt, diese natürliche Uhr zu nutzen. Für die Verbindung zwischen Mensch und Natur ist sie aber sehr wichtig. Vielleicht hast du die Möglichkeit, deine innere Uhr am Wochenende oder im Urlaub zu trainieren? So kannst du zwischendurch nach einem natürlichen Rhythmus leben und dich wieder als Teil der Natur fühlen.


4. Inspiration von der Natur holen

Die Natur ist der größte Künstler. Ob es nun die komplexe Anatomie des Menschen ist, ein filigranes Blatt oder der atemberaubende Bau eines Bibers: Betrachten wir die Umwelt mit offenen Augen, kommen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Lässt du dich von natürlichen Wunderwerken inspirieren, kann ihre Einzigartigkeit deinen Geist beflügeln. So setzt du neue Kreativität frei.


5. Die Welt durch die Augen der Kinder sehen

Weißt du noch damals, als du in der Wiese gelegen und die Wolken beobachtet hast? Oder die vielen Spaziergänge mit deiner Familie, auf denen du gefühlt wegen jeder Blume stehengeblieben bist? War da nicht mal dieser eine ganz besondere Schmetterling, der in dir den Wunsch erweckt hat, fliegen zu können?

Kinder betrachten die Welt mit anderen Augen. Für sie gibt es so viele erste Male: die erste Blume, der erste Schmetterling, die erste Berührung knorriger Baumrinde. Jedes dieser ersten Male löst eine unheimliche Faszination aus. Es weckt die Neugier und verzaubert die kleinen Menschen.

Je älter wir werden und je mehr Sorgen wir haben, desto mehr verlernen wir diese einzigartige Fähigkeit. Doch du kannst sie dir zurückholen. Bleib doch einfach mal stehen, wenn du an einer schönen Blüte vorbeiläufst. Nimm dir die Zeit, Blattadern mit den Fingern nachzufahren und zu bewundern. Dabei öffnest du deine Sinne und saugst deine Umgebung in dich auf.

6. Von der Natur lernen

Wir Menschen mögen keine Vergänglichkeit. Viele von uns verschließen sogar die Augen vor ihr. Doch die Verbindung zwischen Mensch und Natur lehrt uns Demut vor dieser Vergänglichkeit. Ein besonders schönes Beispiel dafür sind die Jahreszeiten. Sie zeigen, dass alles im Wandel ist und dass jedes Ende ein Neuanfang sein kann. Auch Vergänglichkeit kann etwas Schönes sein. Es kann heilend sein, sich das vor Augen zu halten. Denn auch vor uns macht die Vergänglichkeit keinen Halt. Je besser es uns gelingt, sie anzunehmen und als natürlichen Prozess zu verstehen, desto glücklicher können wir sein.

7. Achtsamkeitsübungen in der Natur

Es ist wertvoll, Zeit im Freien zu verbringen. Möchten wir uns mit der Natur verbinden, können wir dabei auch zurück zu uns selbst finden. Achtsamkeitsübungen sind eine wunderbare Möglichkeit dazu. Diese Übungen für mehr Achtsamkeit im Freien helfen dir, dich mit der Natur zu verbinden:

  • Beten
  • Yoga
  • Meditieren
  • Tai Chi
  • Atemübungen

8.      Sport im Freien

Du treibst gerne Sport, bist aber in einem Hamsterrad aus Arbeit, Fitnesscenter und Haushalt gefangen? Verzichte auf das Fitnesscenter und treibe Sport in der Natur. Es gibt nichts Besseres als echten Boden unter deinen Füßen zu spüren. Bewegung an der frischen Luft ist nicht nur viel schöner als Sport im Gym, sondern auch gesünder: Sie stärkt deine Fitness und dein Immunsystem. Gleichzeitig fördert Sport im Freien die Verbindung zwischen Mensch und Natur.

9.      Grounding & Earthing

Der Mensch ist Teil der Natur. Er ist Natur. Im hektischen Alltag verlieren wir jedoch häufig den Bezug zu unserem Lebensraum. Dann ist es an der Zeit, unser Bewusstsein wieder zu öffnen. Grounding und Earthing sind wunderbare Methoden, um unsere Beziehung zur Natur zu stärken. Der wichtigste Teil ist dabei das Barfußlaufen. Indem wir den Mutterboden mit all seinen Facetten spüren, verbinden wir uns mit ihm. Weiches Moos, feuchtes Gras und warme Erde erden uns im wahrsten Sinne des Wortes. Diese Verbindung tut der Seele gut und kann sogar das Immunsystem stärken.

Wenn du dich der Erde wieder näher fühlen möchtest, solltest du zwischendurch also immer wieder mal die Schuhe ausziehen. Stell dich mit beiden Füßen fest auf den Boden und öffne deine Sinne: Was spürst du? Und was macht dieses Gefühl mit dir?

10.      Ressourcen schonen

Verwendest du Sonnenschutz, um die natürliche Hautalterung und das Hautkrebsrisiko zu reduzieren? Gute Entscheidung, denn je mehr du auf deinen Körper aufpasst und ihn pflegst, desto besser. Vergiss aber nicht: Ohne die Natur wären dein Geist und dein Körper gar nicht hier. Genau darum solltest du auch deine Umwelt schonen und ihre Ressourcen würdigen.

Vermeide Gewohnheiten, die das Klima schädigen oder die Umwelt verschmutzen. Je öfter du das Rad nutzt und das Auto stehen lässt, desto pfleglicher behandelst du die dich erfüllende Natur. Isst du nur Fleisch aus guter Haltung oder verzichtest du komplett auf Fleisch, trägst du deinen Teil zu einer besseren Lebensmittelwirtschaft bei. Setze Nachhaltigkeit im Alltag so um, dass sie dir Freude macht. Führt sie zu Frust, stört das deine Verbindung zur Natur. Die gute Nachricht: Je stärker die Beziehung zwischen dir und deiner Umwelt ist, desto leichter wird es dir fallen, mehr Nachhaltigkeit zu integrieren.

Deine Beziehung zwischen Mensch und Natur ist einzigartig!

Jede Beziehung ist individuell. So gleicht keine Ehe einer anderen und keine Freundschaft anderen Freundschaften. Auch deine Verbindung mit der Natur ist einzigartig. Deshalb kann es sein, dass nicht jeder unserer Beziehungstipps zu dir passt.

Um herauszufinden, mit welchen Methoden du die Beziehung zwischen Mensch und Natur verbessern kannst, solltest du also einfach verschiedene Dinge ausprobieren. Wichtig ist nur, dass du deine Sinne öffnest du die Natur als eine alles durchdringende Kraft anerkennst. Der Rest ergibt sich dann von selbst. Mach dir keinen Druck. Stattdessen solltest du deine Beziehung zur Muttererde und Atmosphäre in deinem Tempo aufbauen. Je besser sie gedeiht, desto stärker wird sie dich erfüllen. Dadurch wirst du eine neue Demut verspüren, deine Rolle auf dieser Welt annehmen können und dich endlich wieder als Teil des großen Ganzen fühlen. Wir wünschen dir viel Erfolg und Freude beim Pflegen der Verbindung zwischen Mensch und Natur.

 

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